Zimmerer Geschichte

Der Beruf des Zimmerers ist bestimmt einer der ältesten und traditionsreichsten in unserem Kulturkreis. Er gehört neben den Steinmetzen und Schmieden schon zu den frühgeschichtlichen Berufen und ist anderseits einer der modernsten Bauberufe. Tradition und neuzeitliche Innovation liegen in kaum einem anderen Berufsfeld so eng beieinander. In unserer Zeit ändert sich das Berufsbild des Zimmerers. Neben den traditionellen Holzkonstruktionen gibt es heute den Holzrahmenbau und den Ingenieursholzbau.
Neue Werkstoffe, Maschinen, Anlagen und Verfahren fließen in die Tätigkeit ein. Der zukunftsorientierte Wandel zeigt sich im Einsatz modernster Planungs- EDV und CNC- gesteuerter Produktionsanlagen. Dagegen steht der gesamte Bereich des Erhalts denkmalgeschützter Bausubstanz. Die Restaurierung von Kulturdenkmälern, vor allem in den Innenstädten ehemaliger mittelalterlicher Zentren, stellt eine große Herausforderung dar. Auf der einen Seite gilt es, die historischen Gegebenheiten zu verstehen und alte Gebäude fachgerecht instand zu setzen, auf der anderen Seite in Strukturen moderner Wohnnutzung einzubinden. Seit heute ist der Zimmerer nicht wegzudenken.

 

Traditionen
In kaum einem anderen Handwerk lebt die Tradition so stark wie bei den Zimmerleuten. Ihr Arbeitskleid, die so genannte Kluft, ist aus schwerem, schwarzem Manchesterkord. Sie wird heute weitgehend von allen Zimmerleuten so getragen:
Eine Arbeitshose mit weitem Schlag, eine Weste, ein Jacket ein weißes Bisenhemd, die so genannte Staude. Der breitkrempige Schlapphut schützt vor Wind und Wetter, war aber im Mittelalter auch das Zeichen des freien Mannes; Knechte, Leibeigene und Arbeiter durften nur Mützen oder Kappen tragen. Die Koppel ziert ein Schloss mit dem Zunftzeichen der Zimmerer: Axt, Winkel, Säge und Zirkel.

Das Zunftzeichen
Grundfarbe des Zeichens ist das tiefe Blau, die Farbe des Himmels. Golden sind der äußere Ring und das Giebeldreieck, das die Werkzeuge des Zimmermanns einschließt. Grün ist der Eichbaum, aus dem der edelste Werkstoff des Zimmermanns stammt. Die untere Verästelung stellt mit dem Stamm ein uraltes Zeichen des "Irminsul" dar. Zu beiden Seiten verzweigt sich der Ast unterhalb des Eichenblattes zur Konrune, einem Schriftzeichen von mehr als zwanzig Zeichen, meist in Holz, Erz und Stein geritzt. Die Konrune ist eine vom Zimmerhandwerk bevorzugte Rune, die Sinnbild des Könnens ist. Aus dem Baum tritt als Ausdruck des Zimmermanns das Giebeldreieck hervor, das unter seiner Spitze das Sonnenrad zeigt. Damit will das Zimmerhandwerk die Verbundenheit mit der Natur, den Menschen und dem All ausdrücken. 

Die Walz

Der Begriff Walz bezeichnet die Zeit der Wanderschafts zukünftiger Gesellen nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit. Sie war seit dem Spätmittelalter bis zur beginnenden Industrialisierung eine der Voraussetzungen der Zulassung zur Meisterprüfung. Die Gesellen sollten vor allem neue Arbeitspraktiken, fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen sowie Lebenserfahrung sammeln.

Das Richtfest
Wenn der Rohbau eines Gebäude steht und der Dachstuhl aufgerichtet wurde, feiert man das Richtfest. Das Richtfest ist der Dank an die Handwerker und wird vom Bauherr organisiert und gestiftet. Für die Zimmerleute ist dieses traditionelle Ritual weiterhin ein Ausdruck der Freude an ihrem Handwerk und ihrer Tradition.


Der Zimmererklatsch
Der Zimmererklatsch hat eine lange Tradition im Zimmerhandwerk, die weit bis ins Mittelalter zurück geht. Der traditionelle Zimmererklatsch wurde überall dort geklascht, wo Zimmerleute gesellig zusammen kamen. Entstanden ist der Klatsch durch die Walz. Trafen sich Wandergesellen in einer fremden Herberge oder in einem Zunfthaus, so wurden am Abend die allbekannten Lieder gesungen und dazu geklascht. Auf diese Weise wurde man in lockerer Stimmung schnell miteinander bekannt. Der Zimmererklatsch besteht aus sich in Abwandlungen wiederholenden Takten, die zu bekannten Liedern wie zum Beispiel "Aufgeschaut" geklascht wurden und werden.

Die Zimmererkluft

Sie besteht im Allgemeinen aus einem schwarzen Hut mit breiter Krempe, einer schwarzen Weste mit acht weißen Knöpfen zweireihig angebracht, einer Staude, einer schwarzen Schlaghose sowie einem schwarzem Jackett aus ebenfalls schwerem Stoff und sechs weißen Knöpfen. Die traditionelle Kluft ist heute bei den Zimmerleuten noch häufiger als bei anderen Gewerken zu sehen, obwohl früher auch in anderen Gewerken die Kluft gang und gäbe war.



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